Kratom Strauch Blätter günstig mit roten Adern

Die Frage, ob man Mitragyna speciosa (Kratom) in Mitteleuropa anbauen kann, beschäftigt viele Kratomenthusiasten. Im Gegensatz zu den tropischen Regionen Südostasiens, in denen Kratom ursprünglich beheimatet ist, herrscht in Mitteleuropa ein gemäßigtes Klima, was dazu führt, dass Kratom bei uns nicht natürlich vorkommt. Trotzdem wagen immer mehr Menschen das Experiment und versuchen, Kratom im heimischen Garten anzubauen.
Hier erfährst du alles, was du wissen müsst, um erfolgreich Kratom in Mitteleuropa anzupflanzen und zu kultivieren.


Zur Kratompflanze


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Ethnobotanische Abbildung von Mytragina Speciosa

Mytragina speciosa, auch bekannt als Kratomstrauch oder Kratombaum, ist ein 3-10 Meter hoher Strauch, welcher bevorzugt in feuchten und sumpfigen Gebieten wächst. Als Rotgewächs (Rubiaceae) ist er botanisch verwandt mit Pflanzen wie Johanniskraut und Kaffee. Eine weitere engere Verwandtschaft besteht mit der berühmten Heilpflanze Uncaria tomentosa, der Katzenkralle. (mehr dazu in unserem Blog: Was ist Kratom)

Der Kratombaum ist bekannt für seine wunderschönen grünen ovalen Blätter aus welchen man das beliebte Kratompulver herstellen kann. Sie sind etwa 15 cm lang und 7 cm breit, haben eine leicht behaarte Unterseite und ihre Oberfläche ist leicht glänzend.

Die Blüten der Kratom-Pflanze sind klein und weiß, und sie erscheinen in Trauben an den Enden der Zweige. Die Früchte sind klein und rund, mit einer hellbraunen Farbe.
Zum Wurzelwerk wird oft berichtet, dass es aus schnell wachsenden Wurzeln, die sich zu einem dichten Netzwerk zusammenschließen, besteht.

Pflege und optimale Bedingungen


ANbau

Das perfekte Anbaumedium: Kratomsträucher wachsen am besten in humosem, immer gut feucht gehaltener Erde und in Töpfen mit gutem Wasserabfluss. Dafür eignet sich Berichten zur Folge besonders gut eine Mischung aus Rindenmulch und herkömmlicher Pflanzenerde. Eine Düngung sollte regelmäßig erfolgen, jedoch nie zu viel auf einmal, da hierauf der Kratombaum empfindlich reagieren könnte. Hinsichtlich genauen PH & EC Werten gibt es leider keine validen Quellen, die hierüber Auskunft geben. Jedoch wird in einschlägigen Ethnobotanikforen häufig zu leicht sauren pH-Werten tendiert. Genaue EC – Werte für den Mytragina Speciosa Strauch finden man, wie bereits erwähnt, bedauerlicherweise nicht, aber für andere Pflanzen aus der Gattung der Kaffeegewächse wird ein Wert von rund 2,0 empfohlen.

Aussaat: Wenn man wirklich von Anfang bis Ende die ganze Erfahrung des Kratomanbauens miterleben will, sind Samen die wohl beste Wahl. Hierbei ist besonders auf die Genetik und die „frische“ des Saatgutes zu achten, sodass bestmögliche Voraussetzungen für das Heranwachsen geboten sind. Berichten zur Folge gibt es einige Subarten/ Genetiken welche sich besonders zum Anbau in Mitteleuropa eignen. So hat eine Vielzahl von Hobbygärtnern mit der Genetik „Rabika“ gute Erfahrungen gemacht, welche sich als besonders resistent gehen kühle Temperaturen bewiesen hat. Vorsicht! Dies ist nur im relativen Vergleich mit anderen Genetiken! Kratom ist eine „Diva“ welche es in unseren Breitengraden ganz besonders zu umwerben gilt.
Selbst die angepriesene Sorte Rabika reagiert empfindlich auf zu kühle oder andauernd trockenen Bedingungen und wird sich mit hängenden Blättern oder gar dem kompletten Eingehen lautstark beim Gärtner beschweren.
Nun bleibt die Frage, wie man bei der Aussaat am besten vorgeht.
Die wohl beste Methode ist es, die Kratomsamen auf das Anbausubstrat zu verstreuen und ggf. mit einer dünnen Schicht Erde zu bedecken. Während der Keimung sollten sie vor Sonne und Wind geschützt werden und der Boden sollte stetig feucht sein. Leider haben die Mytragina-Samen eine eher geringe Keimrate von ungefähr 5 %, sodass man möglichst viele aussähen sollte, um eine höhere Erfolgsmöglichkeit zu haben.

Klimatische Anforderungen: Kratom ist ein immergrüner Strauch, welcher nur bei niedrigen Temperaturen dazu neigt seine Blätter abzuwerfen. Doch auch in diesem Falle hat Kratom die Fähigkeit sich zu erholen, sodass die Blätter meist erneut aus treiben, sobald die Temperaturen wieder auf ein, für diesen tropischen Strauch, angenehmes Niveau steigt.
Besser ist es, dennoch, ihn ganzjährig bei Temperaturen von mindestens 15 °C aufzubewahren. Sprich im mitteleuropäischen Klima ist man entweder auf die Platzierung in einem beheizten Gewächshaus oder einem sonnigen Wintergarten angewiesen. Berichten zur Folge kann man jedoch ungefähr von Mitte Mai bis Ende September die Pflanze ins Freie versetzen (soweit das Wetter es hergibt). Wichtig ist hierbei, dass man das Gefäß, in der Strauch wächst, so wählt, dass man bei spontanen Temperatureinbrüchen den Strauch leicht transportieren kann (dafür gibt es spezielle Pflanzentaschen mit Henkeln), um dem Verlust der kostbaren Blätter vorzubeugen. (Quelle: https://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/pdf/kratom.pdf)

Ernte


Wenn der Sommer sich zu Ende neigt, wird es Zeit, die Blätter des Kratomstrauchs zu ernten. Man darf nicht erwarten, dass die Blätter von gleicher Qualität wie jene sind, welche über die komplette Reifezeit die intensive tropische Sonne genossen haben. Aber wer Spaß am Gärtnern hat und sich auch mit einer im Vergleich ausbaufähigen Ernte zufriedengibt, wird definitiv auf seine Kosten kommen. Je nach Erntezeitpunkt der Blätter, ist man in der Lage die Farbe des Endproduktes zu variieren. Wer früh erntet, wird eher eine weiße bis grünliche Farbe erhalten. Wer sich dagegen noch ein wenig mehr geduldig wird nach und nach beobachten können, wie die Blattadern zunehmend einen roten Farbton erhalten.

Fazit


Es ist sehr wohl möglich, seinen eigenen Kratombaum in unseren klimatischen Bedingungen anzuziehen, doch man sollte es definitiv nicht machen, wenn man alleine auf die Ernte fixiert ist. Wer einen grünen Daumen hat oder einfach Spaß daran hat, sich anderweitig mit dieser wirklich tollen Pflanze zu beschäftigen, dem kann ich diese Erfahrung jedoch sehr ans Herz legen.

4 Comments

  1. Claudius
    25. April 2022 at 15:30

    Servus Chris,
    sehr gerne, schön zu hören, dass dir der Artikel gefallen hat und danke für die netten Worte! 😀
    Im Moment haben wir leider keine genaueren Infos, wo man im Moment gute Stecklinge kaufen kann, bis auf ein paar Ebay Händler sieht es in dem Bereich derzeit leider nicht sonderlich gut aus.
    Wir haben auch schon darüber nachgedacht, selbst welche zu verkaufen. Wir haben aber bisher Abstand davon gehalten weil wir uns nicht gut genug mit dem Handel und vor allem dem Versand lebenden Pflanzen auskennen.
    Eventuell bieten wir bald aber Samen an, das steht aber noch nicht fest und muss erst genauer recherchiert und durchdacht werden.
    Freundliche Grüße,
    Claudius
    arbos-germany.de

    • Michael
      31. Juli 2022 at 22:25

      Hallo,
      Schön das hier jemand auch mit Kartom beschäftigt.
      Ich bin gerade dabei mit 2. Anlauf.
      Die 1. war bei 40 Grad alle verbrannt.
      Freundliche Grüße

  2. Hermann
    11. August 2023 at 22:47

    Hallo zusammen, bitte nochmal auf den richtigen botanischen Namen achten, Mitragyna, nicht wie oben fälschlich Mytragina. Danke euch für die schönen Artikel. LG Hermann

    • Hermann
      11. August 2023 at 22:52

      ach und bitte auch ausbessern: Rötegewächse, nicht Rotgewächse. Ich danke euch. Auch kann ich Hypericum (Johanniskraut) nicht in näherer Verwandtschaft zu dieser Familie finden, aber wenn ihr die Labkräuter (Galium) als heimische Vertreter dieser Familie angebt, sollte es passen 🙂 Herzliche Grüße vom Pflanzenfreund

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